Was macht ein CSR-Manager?

Sie arbeiten für eine lebenswerte Zukunft, die ihren Arbeitgebern zugleich Umsatz und Mitarbeiter-Identifikation bringt: CSR-Manager*innen helfen, nachhaltige Produkte zu entwickeln, entsprechende Marktbedarfe aufzuspüren, Investitionen klima- oder Geschäftsentscheidungen Ressourcen schonend zu gestalten. Ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit sind die Ziele der Corporate Social Responsibility.

„Corporate Social Responsibility“ – meist mit „CSR” abgekürzt – ist ein absolutes Thema der Zeit: medial und gesellschaftlich vielleicht ähnlich aktuell wie Klimawandel und Fridays für Future und passend dazu auch mit Bezug zur klimabewegten Generation. Zwei weitere Beispiele: Das aktuell heiß diskutierte Zulieferkettengesetz – es soll verhindern, dass bspw. in Smartphones Rohstoffe verarbeitet werden, die im Kongo durch Kinderarbeit gefördert wurden. Oder: Globale Investoren-Initiativen wie Climate Action 100+, die nachdrücklich mehr Umweltengagement von Unternehmen fordern, an denen sie beteiligt sind. All dies zeigt: Unternehmen tragen nicht nur Verantwortung für ökologische und soziale Standards ihrer Produkte und Dienste – sie werden von einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit auch daran erinnert.

Auch deshalb haben viele Unternehmen die Funktion von CSR-Manager*innen geschaffen – jenen Expert*innen also, die sich um die Wahrung genau solcher Standards im Rahmen der unternehmerischen Geschäftsstrategie und Produktentwicklung kümmern. „Gutes tun – und damit Geld verdienen“: So lässt sich das Leitmotiv der Corporate Social Responsibilty (CSR) zusammenfassen.

Wie wird man CSR-Manager?

Mittlerweile gibt es sogar IHK-Zertifikatslehrgänge, die auf dieses moderne und komplexe Berufsbild vorbereiten. Hier lernt man, wie man Nachhaltigkeit zum Beruf macht, etwa im Hinblick auf die Gestaltung von Managementprozessen und angelehnt an internationale CSR-Standards. Wer Berufserfahrung in passenden Bereichen wie Marketing, Qualitäts- oder Umweltmanagement, Personal/Human Resources oder Supply Chain Management hat, kann sich über solche Fortbildungen fürs CSR-Management qualifizieren.

Natürlich kann es auch vom Kerngeschäft des jeweiligen Arbeitgebers abhängen, welcher Ausbildungshintergrund für die CSR gefragt ist: Bei einer großen Handelskette bspw. definiert sich „Nachhaltigkeit“ bzw. „sozial-ökologische Verantwortung“ naturgemäß stark über die Frage, wie sich Verpackungsmittel Ressourcen schonend einsetzen lassen, wie weit sie bspw. recycelbar sind. Da macht eine vorausgehende technische Berufserfahrung Sinn, wie das Fallbeispiel der CSR-Managerin von dm zeigt.

Aufgaben: Das macht ein CSR-Manager

Neben dem Ansatz, wie sich Produktverpackungen umweltschonender gestalten lassen, sind andere typische Ausgangsfragen im CSR-Alltag etwa, wie sich mittels Marketing Verbraucherbedarfe nach nachhaltigen Produkten oder Diensten herausfinden lassen. Oder eben, Stichwort Lieferketten, wie Zulieferer vom – nicht nur ideellen! – Wert einer gesellschaftlich verantwortungsbewussten Produktion überzeugt werden können. Oder, siehe die eingangs genannte Investoren-Klima-Initiative, wie durch – eventuelle ganz neu ausgerichtete – Investitionsentscheidungen etwas Gutes für die Natur und damit auch für den sozialen Frieden und die Entwicklung von Gesellschaften getan werden kann; etwas Gutes, das den Unternehmen in vielfacher Weise auch selbst nutzt – nicht zuletzt bei der Mitarbeiterfindung und -bindung: Viele High Potentials schauen mittlerweile genau darauf, wie sich ihre potenziellen Arbeitgeber in Sachen CSR engagieren – das CSR-Management als handfester Vorteil in Sachen Employer Branding!

Was macht eigentlich eine Umweltpädagogin?

Biologie-Unterricht, der Spaß macht: Umweltpädagogen bringen Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen Natur und Ökologie praktisch und handlungsorientiert nahe. Wald, Wasser, Ernährung und Umweltschutz sind typische Themen, die sie, etwa über Kindergeburtstage, Ferienfreizeiten oder Exkursionen, vermitteln. Feste Stellen für diese Experten jedoch sind dünn gesät.

Sie organisieren und betreuen Waldrallyes, wissenschaftliche Führungen zu Tierarten, begleiten Wanderungen, Exkursionen oder Familientage ins Grüne und setzen praktische Naturschutzmaßnahmen wie den Bau von Nisthilfen oder Pflanzungen um: Umweltpädagoginnen und Umweltpädagogen bringen ihrer jeweiligen Zielgruppe – etwa Schulklassen, Erwachsenen oder Kindergruppen, für die sie auch Geburtstage oder Event mit Grün-Bezug ausrichten – Umwelt bzw. ökologische Themen pädagogisch näher. Sie vermitteln also Wissen rund um ökologische Nachhaltigkeit und dies oft auf spielerische, handlungsorientierte Art und Weise. Biologie live, sozusagen.

Wege zum Beruf: Umweltpädagogik

Für die spannenden, oft jedoch auf Honorarbasis angebotenen Stellen an der Schnittstelle von Natur und Pädagogik qualifizieren einerseits Bachelor- und Masterangebote einiger Hochschulen. Diese allerdings sind im deutschsprachigen Raum dünn gesät: etwa der Bachelor of Arts „Umweltbildung“ der Pädagogische Hochschule Weingarten oder das Bachelor- und Masterstudium „Umweltpädagogik“ an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien. Auch der Master-Studiengang „Umweltethik“ der Universität Augsburg enthält – neben anderen – Schwerpunkte wie Umweltpädagogik, Umweltökonomie, Umweltrecht und Umweltethik; darüber hinaus aber auch Theologie und Philosophie.

Betrachtet man einschlägige Stellenanzeigen für Umweltpädagogen, wird der zweite am Markt akzeptierte Zugangsweg rasch ersichtlich: Absolventen von Studiengängen wie Ökologie, Umweltwissenschaften, Fortwissenschaften, Biologie oder Geografie (je nach ausschreibendem Arbeitgeber auch im Lehramt) sind ebenfalls gern gesehen, insbesondere mit pädagogischer Zusatzqualifikation, die gern wald-, natur- oder erlebnispädagogischer Art sein darf.

In allen Varianten ist naturgemäß soziale Kompetenz ein geschätzter Zusatz, insbesondere im Hinblick auf die jeweilige Zielgruppe, also etwa Praxiserfahrung in der Kinder- und Jugendlichenarbeit. Leidenschaft für Natur und Naturvermittlung sollte selbstverständlich sein.

Unsichere Beschäftigungsverhältnisse

Wer sich für das in der Sache gewiss vielseitige Berufsbild interessiert, sollte aber berücksichtigen, dass feste Stellen, gerade in Vollzeit, für Umweltpädagogen eher selten sind. Viele Arbeitgeber, zu denen bspw. Feriendörfer, Natur- oder Wildparkzentren oder Biologische Stationen zählen, suchen umweltpädagogische Mitarbeiter nur auf freiberuflicher Basis, sprich: auf Honorar.

Was macht eigentlich ein Geoinformatiker?

Geo-Informatiker sammeln geo- bzw. raumbezogene Daten, entwickeln informationstechnische Systeme für deren Verarbeitung und präsentieren sie anschaulich. Neben Begabung für Technik, Mathe und Geografie brauchen diese Spezialisten gutes räumliches Vorstellungsvermögen.

Geo-Informatiker sind die Geografen bzw. Raum-Vermesser unter den Informatikern: Sie sammeln geo- bzw. raumbezogene Daten, entwickeln informationstechnische Systeme für deren Verarbeitung und präsentieren sie anschaulich für den Nutzer – etwa in Form interaktiver Stadtpläne oder Landkarten oder 3-D-Modellen. Begabung für Technik, Mathematik, Geografie und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sind gute Voraussetzungen für Geoinformatiker.

Navigationssoftware für behinderte Menschen: Verkehrshindernisse erkennen

Ich lernte Karsten W. als Berufsberater in Berlin kennen. Bereits sein Diplom als Ingenieur für Kartographie und Geomatik an der Fachhochschule Karlsruhe führte meinen damaligen Beratungskunden zu einer anspruchsvoll-herausfordernden Geoinformatik-Aufgabe, die zugleich sozialen bzw. gesellschaftlichen Sinn stiftete: Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekts „WikiNavi“ arbeitete er an der Entwicklung einer Navigationssoftware für mobile Endgeräte wie Smartphones mit. Die Software war für geh- und sehbehinderte Menschen gedacht. Diesen zeigte sie, wo in der Stadt Verkehrsampeln kaputt waren oder Bordsteine zu hoch, also nicht barrierefrei waren. Die App war interaktiv: Nutzer konnten im öffentlichen Web eingeben, wo sie solche Hindernisse gesehen hatten.

In einer Stellenanzeige hätten sich die Aufgaben meines ehemaligen Coachees ungefähr so gelesen: Erstellen einer Geodatenstruktur, Einrichten und Warten von Geodaten-Datenbanken, Programmieren von Plugins, Erstellen von Weblösungen, Entwicklung von Verfahren zur Datenkontrolle und Backup-Strategien.

Aus Raum-Daten digitale Karten und Stadtpläne entwickeln

Das macht bereits deutlich: Ebenso wie Wirtschafts-, Bio- oder Medizin-Informatiker brauchen auch Geo-Informatiker Interesse an Technik, Datenstrukturen und Algorithmen; außerdem eine Begabung für Mathematik. Das Spezielle an Absolventen von Geoinformatik-Studiengängen liegt darin, dass diese geo-, das heißt raumbezogene Daten gewinnen, verarbeiten und anschaulich für den Nutzer präsentieren: etwa in Form von interaktiven Karten wie Stadtplänen oder von Geoinformationssystemen. Für die Gewinnung dieser Daten sind sie teils mit Drohnen im Freien unterwegs. Auch ein Interesse für Geografie und Geologie ist daher wichtige Voraussetzung.

Nach einigen Jahren Berufserfahrung setzte mein ehemaliger Beratungskunde auf sein Ingenieurs-Diplom noch einen Master of Science in „Geoinformation“ an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin drauf.

Auch in seiner Master-Thesis ging es um ein interaktives bzw. Mitmach-Programm: Hier entwickelte Herr W. das Konzept für ein webbasiertes Public Participation-GIS (= Geo-Informations-System) für die E-Bike-Standortplanung. Nutzer konnten in der internetgestützten Anwendung Vorschläge machen, wo Standorte für E-Fahrrad-Stationen sinnvoll wären.

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Chance für Geringqualifizierte – modulare Teilqualifizierungen: Wie Helfer Fachkräfte werden

Auch Helfer verschiedenster Gewerbe und Gewerke können, bspw. berufsbegleitend, einen Fachkraftabschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf erwerben: Modulare bzw. berufsanschlussfähige Teilqualifizierungen führen, Baustein für Baustein, zur Externenprüfung und zum begehrten Berufsabschluss.

Mancher Berufseinstieg verläuft, in qualifikationsbezogener Hinsicht, holprig: Viele scheuen bspw. die Dauer einer mit vergleichsweise geringer Vergütung verbundenen dualen Berufsausbildung und steigen direkt ein, als An- oder Ungelernte – als Helferinnen und Helfer der verschiedensten Gewerke: etwa als Bauhelfer, Lagerhelfer, Transporthelfer oder Küchenhelfer.

Doch das muss keine berufliche Sackgasse sein: Über so genannte berufsanschlussfähige bzw. modulare Teilqualifizierungen können auch Helfer den Weg zur Fachkraft mit anerkanntem Berufsabschluss noch gehen.

Diese Teilqualifizierungen (TQ) gibt es für eine zunehmende Zahl an Ausbildungsberufen – heute bspw. bereits für Fachkräfte für Schutz und Sicherheit, Berufskraftfahrer oder auch in der Lagerlogistik. Arbeitnehmer durchlaufen dabei Qualifizierungen, bspw. bei einem örtlichen Bildungszentrum eines Gewerks oder Gewerbes (bspw. Bildungszentrum des Baugewerbes), die jeweils zwischen zwei und sechs Monaten dauern und mit einem Zertifikat inklusive einer Fachkräftebezeichnung enden. So führt bspw. der Abschluss der 1. TQ im „Gesamt“-Beruf „Fachmann/-frau für Systemgastronomie“ zur zertifizierten Bezeichnung „Fachkraft für Küche und Buffet“.

Betriebliche Praxisphasen

Betriebliche Praxisphasen sind bei den einzelnen Modulen bzw. Bausteinen ebenfalls enthalten: Diese werden in Unternehmen absolviert und dauern nicht weniger als ein Viertel der Gesamtdauer einer Teilqualifikation. Betriebe haben ein ganz eigenes Interesse, dass ihre Helfer sich entsprechend fortbilden: Die Angestellten werden dadurch nicht nur qualifikationsbezogen „wertvoller“, gerade in Zeiten teils zunehmenden Fachkräftemangels – Stichwort Demografie. Erfahrungsgemäß motiviert das Sammeln der TQ-Zertifikate auch die betreffenden Arbeitnehmer – schließlich merken sie so, dass ihr Arbeitgeber in sie investiert. Außerdem lernen sie selbst hinzu. Das verbessert nicht nur die Gehaltsperspektive, sondern kann auch auf komplexere Aufgaben vorbereiten.

Arbeitgeber stellen ihre TQ-Teilnehmer teils frei, damit diese an den Schulungen teilnehmen können. Natürlich leisten sich dies eher größere Unternehmen. Andere führen die TQ-Qualifizierung berufsbegleitend durch. Manchmal geht dies auch über E-Learning.

Am Ende jedes TQ-Moduls bzw. -Bausteins durchlaufen die Arbeitnehmer eine individuelle Kompetenzfeststellung vor einer Prüfungskommission. Bestehen sie diese, erhalten sie ein Zertifikat und können an weiteren Bausteinen teilnehmen.

Doppeltes Plus: Auch Einzel-Zertifikate haben Arbeitsmarktwert

Wer alle Bausteine erfolgreich absolviert hat, kann sich, auf dem Wege der so genannten „Externenprüfung“, bei der jeweils zuständigen Kammer für die Abschlussprüfung anmelden – und den anerkannten Berufsabschluss nebst Fachkraft-Berufsbezeichnung erwerben. Jeder Ausbildungsberufsabschluss, der sich über TQ-Module erreichen lässt, ist in fünf bis acht Bausteine aufgeteilt.

Aber auch die einzelnen Zertifikate, die das Durchlaufen eines der TQ-Bausteine dokumentieren, sind ein wertvoller Teil der Bewerbungsmappe ihrer Inhaber: Da die Lehrpläne der Module bundesweit einheitlich und zudem entlang unternehmerischer Arbeitsprozesse und typischer Aufgaben definiert sind, stellen sie anerkannte, standardisierte Qualifikationsmerkmale dar und dies ebenso bundesweit. Das unterscheidet sie von vielen Bildungszertifikaten örtlicher Bildungsdienstleister, die in den betrieblichen Personalabteilungen eher unbekannt und somit überregional nur eingeschränkt verwertbar sind.

Beispiel-Modul: Berufskraftfahrer

Die – beispielhafte – erste Teilqualifikation („TQ 1“) in der Ausbildung zum „Berufskraftfahrer“ (m/w) umfasst die – jeweils nochmals unterteilten – Teilprozesse: Be- und Entladung inkl. Ladungssicherung, Abfahrtskontrolle des LKW, Güterbeförderung im Straßenverkehr, Ablieferung und Übergabe des Transportguts sowie Identifizierung und Behebung von Fahrstörungen und Mängeln im Güterverkehr.

Weitere Informationen: modulare bzw. berufsanschlussfähige Teilqualifizierungen.

Was macht eigentlich ein Agile Coach?

„Stell dir einen Beduinen in der Wüste vor. Er nutzt ein Pferd. Wozu nutzt er es? Er transportiert bestimmte Waren. Wäre ein Kamel besser geeignet? Oder: Wir wollen von A nach B über einen Fluss. Wie geht das am besten? Mit einem Schiff? Oder wäre nicht fliegen die bessere Lösung? Vielleicht lieber ein Flugtaxi-Service als eine Brücke? Lässt sich ein passendes Verkehrsmittel mit dem Thema E-Mobilität verbinden?“

Mit diesen Beispielen beantwortete mir eine Bekannte, die als agile Coach arbeitet, einmal meine berufsberaterische Neugier nach dem „Konkreten“ im relativ abstrakt-diffusen Begriff des agilen Coachings. Die beiden Frage-Komplexe oben zeigen: Es geht im agilen Coaching darum, eine Vision zu formulieren (bspw. Transport von A nach B, der zukünftig schneller oder effizienter oder umweltfreundlicher sein soll) und diesen wünschenswerten Ziel-Zustand (respektive das entspr. Produkt/die entspr. Dienstleistung) dann möglichst open-minded, ohne geistige Scheuklappen, umzusetzen.

Anpassen, testen und Lernen aus dem Prozess statt Kontrolle und Plan

Damit die innovative Produkt- oder Service-Entwicklung das Gewünschte erreicht, wird sie, im Prozess, regelmäßigen reviews unterzogen: Der Entwicklungsstand wird überprüft und bei Bedarf angepasst. Dies folgt auch einer der Basisannahmen des agilen Coachings: dass nämlich gerade komplexe Probleme in dynamischen Umfeldern selten von A bis Z plan- und vorhersehbar sind.

Agiles Coaching implementiert also, im Idealfall, eine neue Prozess- und Kommunikationskultur. Diese setzt stark auf die Selbstlernfähigkeit und auch Selbststeuerung der Entwicklungs-Teams in den Unternehmen, deren Innovations- und damit Wettbewerbs- bzw. Zukunftsfähigkeit auf diese Weise gestärkt werden soll. Wer seine Prozesse immer wieder revidiert, kann seine Aktionen testen, aus ihnen „im Lauf“ lernen.

Behutsame Arbeit an Führungs- und Unternehmenskulturen

Es liegt nahe, dass dies Auswirkungen auf die jeweilige Führungskultur hat. Um bei den eingangs genannten Beispielen meiner Bekannten zu bleiben: Die autoritär-hierarchische Organisation würde dem Team vorgeben, dass der Transport von A nach B in der Art und Weise C zu erfolgen habe und das Team dies nun umsetzen solle. Die innovativ-agile Organisation würde ihren hausinternen Projekt-Entwicklern vorgeben, dass eine Lösung für das Problem des Transports von A nach B gefunden werden müsse – und sie ermuntern, eine solche zu entwickeln.

Teil eines Auftrags kann somit auch sein, ein Auftraggeber-Team bei der Ausbildung einer offenen, transparenten Kommunikation zu helfen, etwa, indem der agile Coach Techniken und Methoden des Fragen-Stellens oder des Zuhörens vermittelt. Oder Kreativitätstechniken zu vermitteln, um Produkte innovativer zu gestalten. Es liegt nahe, dass die methodischen Schwerpunkte des agilen Coachings vom jeweiligen Auftrag abhängen und dass die Coaches Einfühlungsvermögen mitbringen müssen. Sie operieren schließlich am offenen Herzen überkommener, vielfach lieb gewonnener Strukturen, Arbeitsprinzipien und Werte – eben: von Unternehmens- und Führungskultur.

Dass das Spaß machen kann und Motivation bzw. Kreativität wecken kann, zeigt ein typisches agiles Projekt: Im Rahmen von „Innovationstagen“ arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, moderiert vom agilen Coach, über einen bestimmten Zeitraum an Lösungen für aktuelle Herausforderungen, die mit dem Betrieb zu tun haben. Die Mitarbeiter entwickeln in Ruhe ihre Ideen und stellen sie am Ende in der Gruppe vor.

Hauswirtschafter – wie der Traditionsberuf fit für die Zukunft gemacht wird

Nach 20 Jahren wird die Ausbildungsverordnung für Hauswirtschafter modernisiert: Künftig spielt u. a. die Betreuung von Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen eine größere Rolle in der Ausbildung.

Sie arbeiten in Krankenhäusern, Kindertagesstätten, Seniorenheimen oder Hotels: Ähnlich breit, wie die Palette möglicher Arbeitgeber, ist das Aufgabenprofil von Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschaftern. Diese Fachkräfte planen und kalkulieren bspw. Speisepläne, bereiten Speisen zu, erstellen Hygiene- oder Personaleinsatzpläne, dekorieren Räume für Feste oder vermarkten hauswirtschaftliche Dienstleistungen.

Modernisierte Ausbildungsordnung ab 01. August 2020

Um den Beruf den aktuellen Anforderungen anzupassen, wird er modernisiert: Künftig spielt die Betreuung von Menschen eine größere Rolle, etwa die Seniorenbegleitung in der Pflege, aber auch die Betreuung von Kindern oder Jugendlichen.

Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschafter müssen sich in ihrem Alltag auch verstärkt mit Digitalisierung und Datenschutz beschäftigen und ihren Service nachhaltig gestalten – etwa beim Einkauf von Lebensmitteln. Außerdem können Azubis ab dem 01.08.2020 einen Schwerpunkt setzen, den sie in ihrer Ausbildung vertiefen, und zwar wahlweise …

  • personenbetreuende Dienstleistungen,
  • serviceorientierte Dienstleistungen oder
  • ländlich-agrarische Dienstleistungen.

Daten-Goldgräber als Business-Strategen: Was macht ein Data Scientist?

Data Scientists sind die Goldgräber des Digitalzeitalters: Sie untersuchen bspw. Daten von Konsumenten, um Rückschlüsse auf deren Kaufverhalten zu ziehen. Verschiedene Ausbildungswege führen in die Welt von Big Data bzw. Data Mining.

Wer mit der Kundenkarte Bonuspunkte sammelt, im Rahmen von Saisonschlussverkäufen bzw. Sale-Aktionen bei bestimmten Produkten als Kunde „zuschlägt“ oder auch sich zu bestimmten Themen besonders oft beschwert, der hinterlässt die Währung, hinter der Data Scientists her sind: Daten, die bspw. Rückschlüsse auf Konsumverhalten und Kauf-Routinen erlauben.

Datenwissenschaftler werten diese Daten aus, um ihre Arbeitgeber in die Lage zu versetzen, Geschäftsprozesse zu optimieren – also zum Beispiel, um ganz bestimmte Waren zu ganz bestimmten Zeitpunkten preisreduziert anzubieten. Somit sind Data Scientists Business-Strategen.

Um solche Regelmäßigkeiten zu erkennen, entwickeln die Big Data-Spezialisten mathematische Modelle, wobei sie ihre Programmierkenntnisse nutzen. Die Programmiersprachen „Python“ und „R“ sind Mindestvoraussetzungen, um als Data Scientist zu arbeiten – andere Sprachen können je nach Einsatz-Branche hinzukommen.

Unterschied Data Scientist – Data Analyst

Für Irritation sorgt oftmals, bis hinein ins IT-Recruiting, die Abgrenzung zwischen Data Scientists und Data Analysts. Tatsächlich haben beide Fachkräfte auch Gemeinsamkeiten: Data Scientists wie auch Data Analysts fassen Erkenntnisse aus ihren ausgewerteten, zunächst schwach strukturiert vorliegenden Datenbergen zusammen, interpretieren diese und berichten an ihr Management. Anders als Data Analysts entwickeln Data Scientists aber zudem eine strategische Aussage bzw. leiten aus den Analysen eine Geschäftsstrategie ab. Data Analysts konzentrieren sich bei ihrer Auswertung eher auf bestehende Probleme in Geschäftsabläufen – etwa gehäuften Kunden-Beschwerden zu bestimmten Themen. Data Scientists haben den Blick mehr auf das „morgen“ bzw. die Zukunft des Unternehmens und die strategische Prognose gerichtet und suchen nach der Frage selbst – etwa jener, wie ein bestimmter Geschäftsprozess zukunftsfest gestaltet werden kann oder Produktentwicklung innovativ bleibt.

Breites Einsatzgebiet: Datenspezialisten branchenübergreifend gefragt

Und dieses Einsatzgebiet ist breit aufgestellt: Data Scientists sind überall dort gefragt, wo große Datenmengen anfallen: in der Automobilwirtschaft ebenso wie bei Banken, Energie-Versorgern, Versicherungen oder natürlich IT-Dienstleistern. Das Einstiegsgehalt der begehrten Fachkräfte liegt entsprechend selten unter 45.000 Euro.

Wie wird man Data Scientist?

Analog zur stetig steigenden Nachfrage nach den Data Mining-Experten sind in den vergangenen Jahren an zahlreichen Hochschulen Masterstudiengänge in „Data Science“ entstanden. Von vielen Arbeitgebern wird eine andere Qualifikation aber mindestens ebenso gern gesehen wie der Data Science-Mastertitel: eine Kombination aus einem branchenorientierten, technisch ausgerichteten Studium – bspw. einem zur Branche passenden Ingenieursabschluss – oder auch Physik oder Mathematik plus einer Weiterbildung über Massive Open Online Courses, so genannte MOOCs.

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Kaufleute für den Cyberspace – neue Ausbildung E-Commerce-Kaufmann/-frau

Der Online-Handel boomt – ebenso die Nachfrage nach professionell ausgebildeten Fachkräften für E-Commerce: Seit Kurzem gibt es die Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann/-frau. Die Kaufleute für den Cyberspace brauchen Technik- und Marketinginteresse, außerdem Begabung für Zahlen, Deutsch und Englisch.

Der neue Beruf ist noch jung – die Ausbildung schon jetzt überlaufen: E-Commerce-Kaufleute werden für den boomenden Online-Handel ausgebildet. Schon heute landet jeder zehnte Einkaufs-Euro in digitalen Einkaufskörben – und werden Milliarden beim Online-Shopping ausgegeben.

Für den Erfolg bei der Bewerbung um einen der begehrten Ausbildungsplätze reicht es selbstverständlich nicht, Kleider, PC-Games und Bücher regelmäßig per Mausklick zu ordern: Eine Begabung für Zahlen ist, wie bei allen kaufmännischen Berufen, Grundvoraussetzung für den Erfolg und die Zufriedenheit in diesem Beruf. Weitere wichtige Voraussetzungen sind … 

  • Leidenschaft fürs digitale Vermarkten von Waren und Diensten,
  • Interesse an Technik, außerdem
  • gute Schulnoten in Mathe, Deutsch und Englisch sowie
  • Team- und Kommunikationsfähigkeit.

E-Commerce-Kaufleute sind Büroarbeiter – Sie sollten sich für Ihr Berufsleben also also eine häufig sitzende Tätigkeit an einem Bildschirmarbeitsplatz vorstellen können.

Dass es bei diesem kaufmännischen Beruf um weit mehr als Zahlen geht, zeigt schon der Umstand, dass diese Kaufleute immer auch SEO-Manager*innen sind: E-Commerce-Kaufmänner und -frauen überlegen bspw. im Team, wie sich Produkte oder Dienste online zielgruppengenau vermarkten lassen oder wie sich die digitale Zahlungsabwicklung gestalten lässt. Dazu werten sie auch Klickraten und Seitenaufrufe und -Verweildauern aus. Gemeinsam mit ihren Kolleg*innen überlegen sie, wie sich Bestandskunden etwa eines Online-Shops halten lassen und wie man – nun ganz Vertriebler – neue gewinnen kann. 

Und da es um Online-Affinität bzw. digitalen Spirit geht, dürfte bei diesem speziellen Ausbildungsberuf das selbst aufgenommene Video eher zum Erfolg führen als der große, rechteckige braune Umschlag. Solche strategischen Gedanken sind wichtig, denn die Ausbildungsplätze in diesem Beruf sind ebenso begehrt wie überlaufen – ein Grund dafür, warum Betriebe, zumindest bisher, überwiegend Bewerber*innen mit Hochschulreife als Azubis einstellen.

ProfilPASS – in 4 Schritten zu einer ganzheitlichen Kompetenzbilanz

Benennen, beschreiben, auf den Punkt bringen, bewerten: Mit dem ProfilPASS machen wir Ihre Stärken sichtbar. Mit diesem modernen Instrument der Kompetenzfeststellung analysieren wir, welche Ihrer im Privatleben bewiesenen Kompetenzen sich für die berufliche Erst- oder Neuorientierung nutzen lassen.

Die wenigsten Menschen wissen, was sie alles können. Das liegt daran, dass wir – gerade hierzulande – einen oft verengten Blick auf Kompetenzen haben: Viele Menschen denken, sie können nur das, was sie mit Brief, Siegel und Unterschrift im Leben zertifiziert bekommen haben; etwa in Arbeits- oder Schulzeugnissen und Fortbildungen. Solche Kompetenzen sind fraglos wichtig – der ProfilPASS jedoch spannt den Bogen weiter unf führt so zu einer ganzheitlichen Bilanz Ihrer Kompetenzen.

Familiäre Care-Arbeit, Hobby oder Verein: Der ProfilPASS analysiert außerberuflich erworbene Kompetenzen für die Berufsberatung

Wir schauen uns nicht nur die Höhen und Tiefen ihres berufs- und bildungsbezogenen Lebens(laufs) an. Mit dem ProfilPASS analysieren wir darüber hinaus, welche Kompetenzen Sie an außerberuflichen, nicht-institutionellen Lernorten gesammelt haben! Wenn Sie Ihren Nachbarn regelmäßig WLAN-Netzwerke einrichten (oder von diesen oft in Technik-Fragen konsultiert werden), wenn Sie als Babysitter oder Tennistrainer tätig sind, aus Holz oder Metall Gegenstände bauen oder Mopeds reparieren oder Leder verarbeiten oder … die Liste lässt sich fortsetzen: In all diesen Fällen erwerben Sie Fähigkeiten, die Hinweise auf beruflich verwertbare Stärken liefern.  

Viele Menschen achten jedoch nicht auf solche vermeintlichen „Alltags“-Kompetenzen bzw. sie sind ihnen nicht bewusst. Manche denken sogar: „Damit kann ich beruflich doch eh nichts anfangen.“ 

Der ProfilPASS ist eines meiner bevorzugten methodischen Instrumente als Berufsberater in Berlin. Als ProfilPASS-Berater zeige ich Ihnen, wie Sie Ihre im Hobby, Verein oder Ehrenamt, in der Familie(narbeit) oder anderen Lebensbereichen gezeigten Stärken identifizieren und für die berufliche Erst- oder Umorientierung nutzbar machen!

Dazu erstellen wir zunächst Erfolgsgeschichten aus Ihrem Leben bzw. aus solchen Lebensbereichen. Diese werten wir dann gemeinsam aus – die ProfilPASS-Methode lernen SIe dabei kennen und können Sie Ihr Leben lang immer wieder selbst anwenden, wenn Sie erneut vor einer beruflichen Neuorientierung stehen: Dafür benennen wir zunächst Ihre Stärken, beschreiben sie dann, bringen Sie auf den Punkt und bewerten Sie schließlich – gewichten also, wie ausgesprägt Ihre jeweilige Kompetenz ist.

Wie Lebenslauf-Archäologen legen wir – Schicht für Schicht – verborgene Stärken-Schätze frei. Kommen Sie mit auf eine Reise zu sich selbst? 🙂