Was macht eigentlich ein Agile Coach?

“Stell dir einen Beduinen in der Wüste vor. Er nutzt ein Pferd. Wozu nutzt er es? Er transportiert bestimmte Waren. Wäre ein Kamel besser geeignet? Oder: Wir wollen von A nach B über einen Fluss. Wie geht das am besten? Mit einem Schiff? Oder wäre nicht fliegen die bessere Lösung? Vielleicht lieber ein Flugtaxi-Service als eine Brücke? Lässt sich ein passendes Verkehrsmittel mit dem Thema E-Mobilität verbinden?”

Mit diesen Beispielen beantwortete mir eine Bekannte, die als agile Coach arbeitet, einmal meine Neugier als Berufsberater in Berlin nach dem “Konkreten” im relativ abstrakt-diffusen Begriff des agilen Coachings. Die beiden Frage-Komplexe oben zeigen: Es geht im agilen Coaching darum, eine Vision zu formulieren (bspw. Transport von A nach B, der zukünftig schneller oder effizienter oder umweltfreundlicher sein soll) und diesen wünschenswerten Ziel-Zustand (respektive das entspr. Produkt/die entspr. Dienstleistung) dann möglichst open-minded, ohne geistige Scheuklappen, umzusetzen.

Anpassen, testen und Lernen aus dem Prozess statt Kontrolle und Plan

Damit die innovative Produkt- oder Service-Entwicklung das Gewünschte erreicht, wird sie, im Prozess, regelmäßigen reviews unterzogen: Der Entwicklungsstand wird überprüft und bei Bedarf angepasst. Dies folgt auch einer der Basisannahmen des agilen Coachings: dass nämlich gerade komplexe Probleme in dynamischen Umfeldern selten von A bis Z plan- und vorhersehbar sind.

Agiles Coaching implementiert also, im Idealfall, eine neue Prozess- und Kommunikationskultur. Diese setzt stark auf die Selbstlernfähigkeit und auch Selbststeuerung der Entwicklungs-Teams in den Unternehmen, deren Innovations- und damit Wettbewerbs- bzw. Zukunftsfähigkeit auf diese Weise gestärkt werden soll. Wer seine Prozesse immer wieder revidiert, kann seine Aktionen testen, aus ihnen “im Lauf” lernen.

Behutsame Arbeit an Führungs- und Unternehmenskulturen

Es liegt nahe, dass dies Auswirkungen auf die jeweilige Führungskultur hat. Um bei den eingangs genannten Beispielen meiner Bekannten zu bleiben: Die autoritär-hierarchische Organisation würde dem Team vorgeben, dass der Transport von A nach B in der Art und Weise C zu erfolgen habe und das Team dies nun umsetzen solle. Die innovativ-agile Organisation würde ihren hausinternen Projekt-Entwicklern vorgeben, dass eine Lösung für das Problem des Transports von A nach B gefunden werden müsse – und sie ermuntern, eine solche zu entwickeln.

Teil eines Auftrags kann somit auch sein, ein Auftraggeber-Team bei der Ausbildung einer offenen, transparenten Kommunikation zu helfen, etwa, indem der agile Coach Techniken und Methoden des Fragen-Stellens oder des Zuhörens vermittelt. Oder Kreativitätstechniken zu vermitteln, um Produkte innovativer zu gestalten. Es liegt nahe, dass die methodischen Schwerpunkte des agilen Coachings vom jeweiligen Auftrag abhängen und dass die Coaches Einfühlungsvermögen mitbringen müssen. Sie operieren schließlich am offenen Herzen überkommener, vielfach lieb gewonnener Strukturen, Arbeitsprinzipien und Werte – eben: von Unternehmens- und Führungskultur.

Dass das Spaß machen kann und Motivation bzw. Kreativität wecken kann, zeigt ein typisches agiles Projekt: Im Rahmen von “Innovationstagen” arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, moderiert vom agilen Coach, über einen bestimmten Zeitraum an Lösungen für aktuelle Herausforderungen, die mit dem Betrieb zu tun haben. Die Mitarbeiter entwickeln in Ruhe ihre Ideen und stellen sie am Ende in der Gruppe vor.

Hauswirtschafter – wie der Traditionsberuf fit für die Zukunft gemacht wird

Nach 20 Jahren wird die Ausbildungsverordnung für Hauswirtschafter modernisiert: Künftig spielt u. a. die Betreuung von Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen eine größere Rolle in der Ausbildung.

Sie arbeiten in Krankenhäusern, Kindertagesstätten, Seniorenheimen oder Hotels: Ähnlich breit, wie die Palette möglicher Arbeitgeber, ist das Aufgabenprofil von Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschaftern. Diese Fachkräfte planen und kalkulieren bspw. Speisepläne, bereiten Speisen zu, erstellen Hygiene- oder Personaleinsatzpläne, dekorieren Räume für Feste oder vermarkten hauswirtschaftliche Dienstleistungen.

Modernisierte Ausbildungsordnung ab 01. August 2020

Um den Beruf den aktuellen Anforderungen anzupassen, wird er modernisiert: Künftig spielt die Betreuung von Menschen eine größere Rolle, etwa die Seniorenbegleitung in der Pflege, aber auch die Betreuung von Kindern oder Jugendlichen.

Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschafter müssen sich in ihrem Alltag auch verstärkt mit Digitalisierung und Datenschutz beschäftigen und ihren Service nachhaltig gestalten – etwa beim Einkauf von Lebensmitteln. Außerdem können Azubis ab dem 01.08.2020 einen Schwerpunkt setzen, den sie in ihrer Ausbildung vertiefen, und zwar wahlweise …

  • personenbetreuende Dienstleistungen,
  • serviceorientierte Dienstleistungen oder
  • ländlich-agrarische Dienstleistungen.

Daten-Goldgräber als Business-Strategen: Was macht ein Data Scientist?

Data Scientists sind die Goldgräber des Digitalzeitalters: Sie untersuchen bspw. Daten von Konsumenten, um Rückschlüsse auf deren Kaufverhalten zu ziehen. Verschiedene Ausbildungswege führen in die Welt von Big Data bzw. Data Mining.

Wer mit der Kundenkarte Bonuspunkte sammelt, im Rahmen von Saisonschlussverkäufen bzw. Sale-Aktionen bei bestimmten Produkten als Kunde “zuschlägt” oder auch sich zu bestimmten Themen besonders oft beschwert, der hinterlässt die Währung, hinter der Data Scientists her sind: Daten, die bspw. Rückschlüsse auf Konsumverhalten und Kauf-Routinen erlauben. Was aber macht ein Data Scientist genau? Diese Frage stellte kürzlich ein Coachee in meiner Berufsberatung in Berlin.

Datenwissenschaftler werten diese Daten aus, um ihre Arbeitgeber in die Lage zu versetzen, Geschäftsprozesse zu optimieren – also zum Beispiel, um ganz bestimmte Waren zu ganz bestimmten Zeitpunkten preisreduziert anzubieten. Somit sind Data Scientists Business-Strategen.

Um solche Regelmäßigkeiten zu erkennen, entwickeln die Big Data-Spezialisten mathematische Modelle, wobei sie ihre Programmierkenntnisse nutzen. Die Programmiersprachen “Python” und “R” sind Mindestvoraussetzungen, um als Data Scientist zu arbeiten – andere Sprachen können je nach Einsatz-Branche hinzukommen.

Unterschied Data Scientist – Data Analyst

Für Irritation sorgt oftmals, bis hinein ins IT-Recruiting, die Abgrenzung zwischen Data Scientists und Data Analysts. Tatsächlich haben beide Fachkräfte auch Gemeinsamkeiten: Data Scientists wie auch Data Analysts fassen Erkenntnisse aus ihren ausgewerteten, zunächst schwach strukturiert vorliegenden Datenbergen zusammen, interpretieren diese und berichten an ihr Management. Anders als Data Analysts entwickeln Data Scientists aber zudem eine strategische Aussage bzw. leiten aus den Analysen eine Geschäftsstrategie ab. Data Analysts konzentrieren sich bei ihrer Auswertung eher auf bestehende Probleme in Geschäftsabläufen – etwa gehäuften Kunden-Beschwerden zu bestimmten Themen. Data Scientists haben den Blick mehr auf das “morgen” bzw. die Zukunft des Unternehmens und die strategische Prognose gerichtet und suchen nach der Frage selbst – etwa jener, wie ein bestimmter Geschäftsprozess zukunftsfest gestaltet werden kann oder Produktentwicklung innovativ bleibt.

Breites Einsatzgebiet: Datenspezialisten branchenübergreifend gefragt

Und dieses Einsatzgebiet ist breit aufgestellt: Data Scientists sind überall dort gefragt, wo große Datenmengen anfallen: in der Automobilwirtschaft ebenso wie bei Banken, Energie-Versorgern, Versicherungen oder natürlich IT-Dienstleistern. Das Einstiegsgehalt der begehrten Fachkräfte liegt entsprechend selten unter 45.000 Euro.

Wie wird man Data Scientist?

Analog zur stetig steigenden Nachfrage nach den Data Mining-Experten sind in den vergangenen Jahren an zahlreichen Hochschulen Masterstudiengänge in “Data Science” entstanden. Von vielen Arbeitgebern wird eine andere Qualifikation aber mindestens ebenso gern gesehen wie der Data Science-Mastertitel: eine Kombination aus einem branchenorientierten, technisch ausgerichteten Studium – bspw. einem zur Branche passenden Ingenieursabschluss – oder auch Physik oder Mathematik plus einer Weiterbildung über Massive Open Online Courses, so genannte MOOCs.

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Kaufleute für den Cyberspace – neue Ausbildung E-Commerce-Kaufmann/-frau

Der Online-Handel boomt – ebenso die Nachfrage nach professionell ausgebildeten Fachkräften für E-Commerce: Seit Kurzem gibt es die Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann/-frau. Die Kaufleute für den Cyberspace brauchen Technik- und Marketinginteresse, außerdem Begabung für Zahlen, Deutsch und Englisch.

Der neue Beruf ist noch jung – die Ausbildung schon jetzt überlaufen: E-Commerce-Kaufleute werden für den boomenden Online-Handel ausgebildet. Schon heute landet jeder zehnte Einkaufs-Euro in digitalen Einkaufskörben – und werden Milliarden beim Online-Shopping ausgegeben.

Für den Erfolg bei der Bewerbung um einen der begehrten Ausbildungsplätze reicht es selbstverständlich nicht, Kleider, PC-Games und Bücher regelmäßig per Mausklick zu ordern: Eine Begabung für Zahlen ist, wie bei allen kaufmännischen Berufen, Grundvoraussetzung für den Erfolg und die Zufriedenheit in diesem Beruf. Weitere wichtige Voraussetzungen sind … 

  • Leidenschaft fürs digitale Vermarkten von Waren und Diensten,
  • Interesse an Technik, außerdem
  • gute Schulnoten in Mathe, Deutsch und Englisch sowie
  • Team- und Kommunikationsfähigkeit.

E-Commerce-Kaufleute sind Büroarbeiter – Sie sollten sich für Ihr Berufsleben also also eine häufig sitzende Tätigkeit an einem Bildschirmarbeitsplatz vorstellen können.

Dass es bei diesem kaufmännischen Beruf um weit mehr als Zahlen geht, zeigt schon der Umstand, dass diese Kaufleute immer auch SEO-Manager*innen sind: E-Commerce-Kaufmänner und -frauen überlegen bspw. im Team, wie sich Produkte oder Dienste online zielgruppengenau vermarkten lassen oder wie sich die digitale Zahlungsabwicklung gestalten lässt. Dazu werten sie auch Klickraten und Seitenaufrufe und -Verweildauern aus. Gemeinsam mit ihren Kolleg*innen überlegen sie, wie sich Bestandskunden etwa eines Online-Shops halten lassen und wie man – nun ganz Vertriebler – neue gewinnen kann. 

Und da es um Online-Affinität bzw. digitalen Spirit geht, dürfte bei diesem speziellen Ausbildungsberuf das selbst aufgenommene Video eher zum Erfolg führen als der große, rechteckige braune Umschlag. Solche strategischen Gedanken sind wichtig, denn die Ausbildungsplätze in diesem Beruf sind ebenso begehrt wie überlaufen – ein Grund dafür, warum Betriebe, zumindest bisher, überwiegend Bewerber*innen mit Hochschulreife als Azubis einstellen.

ProfilPASS – in 4 Schritten zu einer ganzheitlichen Kompetenzbilanz

Benennen, beschreiben, auf den Punkt bringen, bewerten: Mit dem ProfilPASS machen wir Ihre Stärken sichtbar. Mit diesem modernen Instrument der Kompetenzfeststellung analysieren wir, welche Ihrer im Privatleben bewiesenen Kompetenzen sich für die berufliche Erst- oder Neuorientierung nutzen lassen.

Die wenigsten Menschen wissen, was sie alles können. Das liegt daran, dass wir – gerade hierzulande – einen oft verengten Blick auf Kompetenzen haben: Viele Menschen denken, sie können nur das, was sie mit Brief, Siegel und Unterschrift im Leben zertifiziert bekommen haben; etwa in Arbeits- oder Schulzeugnissen und Fortbildungen. Solche Kompetenzen sind fraglos wichtig – der ProfilPASS jedoch spannt den Bogen weiter unf führt so zu einer ganzheitlichen Bilanz Ihrer Kompetenzen.

Familiäre Care-Arbeit, Hobby oder Verein: Der ProfilPASS analysiert außerberuflich erworbene Kompetenzen für die Berufsberatung

Wir schauen uns nicht nur die Höhen und Tiefen ihres berufs- und bildungsbezogenen Lebens(laufs) an. Mit dem ProfilPASS analysieren wir darüber hinaus, welche Kompetenzen Sie an außerberuflichen, nicht-institutionellen Lernorten gesammelt haben! Wenn Sie Ihren Nachbarn regelmäßig WLAN-Netzwerke einrichten (oder von diesen oft in Technik-Fragen konsultiert werden), wenn Sie als Babysitter oder Tennistrainer tätig sind, aus Holz oder Metall Gegenstände bauen oder Mopeds reparieren oder Leder verarbeiten oder … die Liste lässt sich fortsetzen: In all diesen Fällen erwerben Sie Fähigkeiten, die Hinweise auf beruflich verwertbare Stärken liefern.  

Viele Menschen achten jedoch nicht auf solche vermeintlichen “Alltags”-Kompetenzen bzw. sie sind ihnen nicht bewusst. Manche denken sogar: “Damit kann ich beruflich doch eh nichts anfangen.” 

Der ProfilPASS ist eines meiner bevorzugten methodischen Instrumente als Berufsberater in Berlin. Als ProfilPASS-Berater zeige ich Ihnen, wie Sie Ihre im Hobby, Verein oder Ehrenamt, in der Familie(narbeit) oder anderen Lebensbereichen gezeigten Stärken identifizieren und für die berufliche Erst- oder Umorientierung nutzbar machen!

Dazu erstellen wir zunächst Erfolgsgeschichten aus Ihrem Leben bzw. aus solchen Lebensbereichen. Diese werten wir dann gemeinsam aus – die ProfilPASS-Methode lernen SIe dabei kennen und können Sie Ihr Leben lang immer wieder selbst anwenden, wenn Sie erneut vor einer beruflichen Neuorientierung stehen: Dafür benennen wir zunächst Ihre Stärken, beschreiben sie dann, bringen Sie auf den Punkt und bewerten Sie schließlich – gewichten also, wie ausgesprägt Ihre jeweilige Kompetenz ist.

Wie Lebenslauf-Archäologen legen wir – Schicht für Schicht – verborgene Stärken-Schätze frei. Kommen Sie mit auf eine Reise zu sich selbst? 🙂